Portrait

Ich mache mir einen Sport daraus „Eh-da-Kleider“ zu dekomponieren, um sie dann wieder neu zu kombinieren. Gelingt es mir, praktisch nichts wegzuwerfen, erfüllt mich das mit schelmischer Freude. 

Als Kunsttherapeutin weiss ich, dass Fehler oder Makel nicht unbedingt ausgemerzt werden müssen. Im Gegenteil: plötzlich entsteht daraus eine überraschende Zierde.

Schöne technische Lösungen, welche Schneiderinnen vor mir getroffen haben, setze ich wieder in Szene. 

Die Umformungen verstehe ich als Veredelung. Eine sorgfältige Verarbeitung ist mir deshalb wichtig. 

Als gelernte Handweberin verbindet mich seit meiner Jugend die Liebe zum Stoff.

Selbst für die Resten der Resten der Resten suche ich nach neuen Verwendungsmöglichkeiten. 

Da kringeln sich plötzlich wunderschöne Abschnitte auf dem Tisch, die ich unbedingt neu arrangieren muss.

 Von kleinen Säckchen über Bänder zum Einfassen bis hin zu Spitzen aus Stoffschnippseln ist vieles möglich.

Als Kind war ich fasziniert, wie meine Grossmutter den löchrigen Pullover aufgetrennt hat und wir gemeinsam die krause Wolle über die Beine eines Hockers gespannt haben. Zu frischen Knäueln gewickelt entstand daraus später etwas Neues.

Was daraus an Neuem entstand, fand ich nicht immer schön. Die Tatsache aber, dass beinahe alles wieder verwendet werden konnte, begeistert mich bis heute.

Anders als in Kindertagen soll das abgeänderte Design aufregend und schön sein.